Innsbruck Alpine Trailrun Festival, 02.05.2026
(43,4 km und 68,9 km run)
Vergangenen Samstag standen Felix und Sabrina beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival am Start – Felix auf der K65-Distanz und Sabrina auf der K42. Für Sabrina war es der erste Trail-Lauf überhaupt, für Felix der zweite. Entsprechend groß war die Vorfreude, aber auch der Respekt vor der Strecke.
Die Bedingungen hätten kaum besser sein können: strahlender Sonnenschein, in den frühen Morgenstunden noch angenehm frisch, später dann zunehmend warm. Die K42 war als anspruchsvoller technischer Trail ausgeschrieben – und die Strecke machte vom ersten Kilometer an klar, dass das keine leere Ankündigung war. Nach gerade einmal rund 400 Metern begann bereits der erste große Anstieg: satte 1000 Höhenmeter innerhalb von 3,5km. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden ging es im Gänsemarsch den schmalen Trail nach oben. Überholen war kaum möglich, also hieß es: Rhythmus finden, Schritt für Schritt arbeiten und den Puls irgendwie unter Kontrolle halten.
Oben angekommen gab es nur kurz Zeit zum Durchatmen, bevor direkt der erste technisch anspruchsvolle Downhill begann. Wurzelige Passagen, lose Steine und schmale Trails verlangten volle Konzentration. Die ersten 15 km haben deutlich gemacht, worum es beim Trailrunning wirklich geht: weniger um reine Pace, sondern vielmehr um Ausdauer, Trittsicherheit und mentale Stärke. Die Kombination aus alpiner Kulisse, den langen Anstiegen und den technischen Downhills machte auch die nächsten 27km zu einem echten Abenteuer. Immer wieder öffneten sich beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Berge rund um Innsbruck.
Sabrinas Beine wurden im Laufe des Rennens immer schwerer und die Sonne gegen Mittag kostete ordentlich Kraft. Ein Hoch und Tief der Motivation und Laune. Die Stimmung entlang der Strecke, die gegenseitige Motivation unter den Läufern und das gemeinsame Leiden machten den Tag dennoch unvergesslich. Nach 43,8 km, 2400 Höhenmetern und rund 9:15 Stunden erreicht Sabrina erschöpft aber überglücklich die Ziellinie. Für Sabrinas ersten Trail-Lauf war die K42 definitiv eine Herausforderung – aber genau deshalb auch ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird.
Felix stellte sich der K65-Distanz – ausgeschrieben als „laufbarer“ Trail mit vielen flowigen Passagen, aber dennoch satten 68 Kilometern und 2600 Höhenmetern. Bereits der Start um 05:30 Uhr sorgte mit der beeindruckenden Bergkulisse und der spürbar angespannten Atmosphäre für Gänsehaut. Direkt nach dem Start wartete mit einem 6 Kilometer langen Anstieg und 800 Höhenmetern die erste große Herausforderung. Während viele bereits früh ins Gehen wechselten, konnte Felix lange laufen und dabei zahlreiche Positionen gutmachen.
Oben angekommen ging es direkt in den Downhill – mutig, schnell und mit viel Spaß. Gleichzeitig zeigte sich dort aber auch, dass das spezifische Bergtraining gefehlt hatte: Die Oberschenkel waren schon früh komplett zerstört. Anschließend folgte ein längerer, nur leicht hügeliger Abschnitt, der dem Straßenläufer eigentlich liegen sollte. Auch hier konnte Felix weiter Plätze gutmachen, obwohl sich jeder Schritt bereits wie mit starkem Muskelkater anfühlte. Bis etwa zur Rennhälfte funktionierte das noch erstaunlich gut: hohes Tempo, gutes Gefühl und ein starker Rennverlauf.
Danach wurde es zunehmend härter. Das Tempo sank, Gehpassagen wurden häufiger und mit steigenden Temperaturen begann der echte Kampf gegen die Strecke und die schmerzenden Beine. Besonders die letzten 15 Kilometer hatten es noch einmal in sich: ein langer, teils sehr steiler Anstieg, der zwar anstrengend, aber im richtigen Rhythmus noch machbar war. Die größte Sorge galt jedoch den finalen 6 Kilometern bergab mit weiteren 700 Tiefenmetern – denn jeder Schritt bergab war inzwischen extrem schmerzhaft.
Trotzdem erreichte Felix nach 8:26:58 Stunden emotional das Ziel seines ersten Ultratrails. Mit Platz 88 und einer Zeit, die rund eineinhalb Stunden schneller war als ursprünglich erwartet, war die Freude riesig. Ein Rennen, das sich völlig anders angefühlt hat als Marathon oder Triathlon – brutal hart, aber gleichzeitig ein Erlebnis, auf das man unglaublich stolz sein kann.
Ergebnis K42 (43,4 km):
| run | |
|---|---|
| Sabrina Weber | 09:12:58 |
Ergebnis K65 (68,9 km):
| run | |
|---|---|
| Felix Lüdtke | 08:27:06 |
Bilder:
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